Alexander Gauland (AfD) „Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land.“

Alexander Gauland bedient sich bei seinen Slogans bei seiner etwas merkwürdigen Zielgruppe.

„Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land.“

Zielgruppenaquise ist das A und O, wenn es darum geht, etwas zu verkaufen. Seien es die neuesten Sneakers einer bekannten Marke, lautlose Klettverschlüsse oder aber eine politische Einstellung. Denn ja, auch die Artisten im Politikzirkus müssen sich verkaufen, um ihre Wählerschaften zu erwirtschaften. Die CDU grast in den älteren, konservativen Gefilden, die Linke bei jungen, engagierten Wählern und die SPD irgendwo dazwischen.
AFD-Vizechef Gauland dagegen sucht auch abseits der bekannten Stimmen des Volkes. Er sucht dort, wo es vermeintlich keine Aufmerksamkeit von der Politik gibt, dort, wo man glaubt, zurück gelassen worden zu sein. Er sucht potenzielle Wähler bei Menschen, die fest daran glauben, die Politik hätte sie vergessen und auch ihre Idee von Deutschland. Ein freies Deutschland ohne Spuren von Andersartigkeit. Ein Deutschland nur für Deutsche. Ein Deutschland für den deutschen Michel: blond, blauäugig und bar jeden Fehlers.
Er sucht dort, wo es in Ordnung zu sein scheint, Wörter wie ‚Kanake‘ oder ‚Polente‘ im alltäglichen Sprachgebrauch zu nutzen und diese auch an die folgenden Generationen weiter zu propagieren. Gauland sucht und er findet. Und das ist nicht das Einzige, was er macht. Er findet neben ihrem Unmut auch ihre Worte. Und er benutzt sie. So fand er einen Satz in einer Siedlung von sogenannten Wutbürgern. Er sprang in ihre Mitte und lieh sich diesen Satz. Ein Satz, der zum Nachdenken anregen soll und wenn möglich auch zum Umdenken. Ein Satz, der viel Wut in sich trägt. Wut, die daran erinnern soll, dass man aufsteht, um zu kämpfen. Wut, die die Menschen aus ihrer Hoffnungslosigkeit, aus ihrer Starre hin zur Bewegung motivieren soll, aufbegehren zu wollen. Wut, die dazu bewegen soll, genau zu hinzuschauen, wer sich neben ihnen ein Leben aufbauen möchte und nebenbei die Milch und den Honig vom Buffet klaut.
Und wer könnte Menschen besser dazu bewegen, im eigenen Land nicht fremd sein zu wollen, als jemand, der nicht neben einem gut bezahlten, sehr bekanntem Fußballer zu wohnen, nur weil er eben nicht seine Hautfarbe teilt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.