Unter dem Deckmantel des Feminismus

Dank öffentlicher Genderdebatten spielt die Rolle der Frau dieser Tage wieder eine zunehmend wichtige Rolle in der Gesellschaft. Nicht, dass dies etwas Neues wäre, sieht man sich die Geschichte und die Entwicklung des Feminismus an. Was Anfang des 19. Jahrhunderts die Suffragetten-Bewegung, in welcher die Frauen für ihr Wahlrecht demonstrierten, war, ist im Verlauf der Zeit zu einer Forderung nach Gleichberechtigung zum Mann in diversen Bereichen gewachsen. Große Figuren trieben die Entwicklung zum geschlechtlichen Status quo an, wenn auch nicht immer ohne Opfer. Ein Name, der mit der Bewegung in Verbindung gebracht wird, ist Alice Schwarzer.

 

 

 

 

 

Doch wie so oft ist eine Sache nie nur gut oder schlecht, weshalb der Begriff des Feminismus in diesen Zeiten oft negativ besetzt ist. Dadurch werden Frauen, die die Meinung der geschlechtlichen Gleichberechtigung vertreten, nicht selten als unansehnliche, frigide Mauerblümchen karikiert, die unglücklich sind, weil sie keinen Partner haben. Oft wird ihnen daraufhin auch das Fehlen eines Partners durch ihre Meinung attestiert.

Zu diesem Thema haben wir eine Frau befragt, die sich selbst als Feministin bezeichnet. Wir wollten wissen, wie es dazu kam und was ihre Anliegen zur Verbesserung der Gleichberechtigung sind. Arabella Kiesener ist 26 Jahre alt, wohnt in Hannover und studiert Mediendesign an der FH Hannover.

Rederei Fm: Hallo Frau Kiesener, wie kam es zu dem Entschluss, sich dem Thema Feminismus zu widmen?

Frau Kiesener: Hi. Nunja, wie soll ich sagen, es lag an meinem Ex-Freund Raphael.

Rederei Fm: Was ist passiert? Hat er Sie misshandelt?

Frau Kiesener: Na im weitesten Sinne kann man das schon so sagen, ja. Also emotional schon. Das kann man so sagen, ja. Wir waren vier Jahre zusammen und dann hat er mich einfach so verlassen. Wegen einer anderen. (murmelt kurz etwas Unverständliches)

Rederei FM: Was genau hat Sie dazu bewogen, sich dadurch für Frauenrechte stark zu machen?

Frau Kiesener: Also die Zeit war echt schwer für mich. Vier Jahre steckt man nicht einfach so weg und geht weiter.

Rederei Fm: Das ist verständlich. Wie ging es weiter?

Frau Kiesener: Danach hatte ich wirklich zu kämpfen. Und ich hatte auch gar keine Lust mehr auf Männer, bis ich Jasmin kennenlernte. Eine ganz tolle Frau. Wir trafen uns in einer Bar. Da hatten mich ein paar Freundinnen hin geschleppt, damit ich mal wieder raus kam. Jedenfalls quatschte mich da so ein Ölauge an.

Rederei FM: Entschuldigung?

Frau Kiesener: Na, so ein Araber.

Rederei Fm: Das ist eine rassistische Bezeichnung.

Frau Kiesener: Ja, ja, sieht man ja in der Politik, wo Political Correctness hinführt. Wie dem auch sei, der Typ fragte mich ungeniert, ob er mir einen Drink spendieren könne. Das war so aufdringlich. Jedenfalls stand auf einmal Jasmin neben mir und hielt dem Typen lautstark eine Rede davon, wie unangemessen es sei, zu erwarten, dass eine Frau die Beine breit macht, nur weil man sie auf ein Getränk einlädt. Der pfiff dann ab.

Rederei Fm: Was genau geschah dann?

Frau Kiesener: Ja, lassen Sie mich doch erzählen. (es folgen eine Pause und ein strenger Blick von ihr) Jedenfalls traf ich mich dann öfters mit Jasmin. Auch weil sie einen Bekannten hatte, den ich ziemlich toll finde. Sie weiß viel über den Islam und die nahöstliche Kultur und wir unterhielten uns oft darüber, wie Muslime ihre Frauen behandelten. Das ist kaum auszuhalten. Wussten sie, dass, wenn eine Frau vergewaltigt wird, der Mann das Recht hat sie zu töten, weil sie ihn entehrt hat? Das ist unfassbar. Naja und seitdem setze ich mich für die Rechte der Frauen ein.

Rederei FM: Geht es Ihnen dabei nur um den Islam?

Frau Kiesener: Ähm ja. Ich meine, schauen Sie sich doch mal an, was die hier teilweise veranstalten. Frauen sind doch nur Ware für die. Die meinen, sich einfach bedienen zu dürfen, egal, ob die Frau das will oder nicht.

Rederei FM: Aber selbst wir in Deutschland leben in einem Patriarchat. In jedem Land gibt es Männer, die immer noch über Frauen verfügen wollen.

Frau Kiesener: Das mag ja sein, aber der Islam verachtet Frauen. Das können wir nicht dulden.

Rederei Fm: Könnte es nicht sein, dass es Menschen sind, die den Koran anders auslegen und deshalb Frauen herabwürdigen?

Frau Kiesener: Ach, hören Sie doch auf! Das ist ja mal wieder typisch für Sie von der Presse. Der Punkt ist doch, dass die Frauen unter dem Islam leiden. Sehen sie sich doch nur die Sache mit dem Hijab an. Möchten so eine Verkleidung bei 40° C im Schatten um ihren Kopf gewickelt haben, bis sie komplett durchnässt sind? Ich denke nicht. Aber die Frauen müssen das tun, weil es der Islam eben vorschreibt.

Rederei Fm: Es gibt Frauen, die sich mit dem Hijab zu ihrem Glauben bekennen und ihn mit Stolz tragen, um das zum Ausdruck zu bringen.

Frau Kiesener: Natürlich, als ob. Das wurde ihnen so eingebläut. Die langen Haare einer Frau bedeuten im Islam Sexualität und deshalb müssen sie sich unter dem Stoff verstecken. Und dann noch das mit den Moscheen.

Rederei Fm: Was genau meinen Sie?

Frau Kiesener: Wenn man eine Moschee besuchen möchte, muss man eine Kopfbedeckung und lange Sachen tragen, sonst darf man da nicht rein. Das ist doch unterirdisch. Damit die nicht in Versuchung kommen an Sex zu denken, müssen wir Frauen uns umziehen.

Rederei FM: Der arabischen Begriff masdisch, nach dem die Moschee benannt ist, bedeutet Niederwerfung (zum Gebet). Kann es dementsprechend nicht sein, die Propheten mit einer angessenen Kleidung zu ehren?

Frau Kiesener: Und warum haben die dann getrennte Gebetsräume, wenn man sich schon so kleidet?

Rederei Fm: Soweit man weiß, sollen die getrennten Gebetsräume dafür sorgen, dass man einander nicht ablenkt.

Frau Kiesener: Ha, sehen sie. Warum trennt man dann nicht gleich die Arbeitsplätze von Männern und Frauen. Die Männer werden da doch auch abgelenkt, weil die Frauen nur Objekte für sie sind.

Rederei Fm: Ich weiß nicht, ob man eine traditionelle, religiöse Gegebenheiten mit alltäglichen Verhaltensweisen vergleichen kann.

Frau Kiesener: Ich kann das sehr wohl vergleichen.

Rederei FM: Was wünschen Sie sich für die kommenden Generationen?

Frau Kiesener: Die müssen anfangen Frauen zu respektieren. Aber die sind alle so verblendet von ihrer Religion, dass die das doch gar nicht hinkriegen. Die hören ja nicht mal zu. Mit denen kann man nicht diskutieren.

Rederei Fm: Das würde bedeuten, dass Sie sie meiden?

Frau Kiesener: Das bedeutet, dass die nicht hier her kommen sollen, um uns ihren Glauben aufzudrücken. Die sollen schön in ihren Ländern bleiben. Die kommen doch eh nur, um hier schnell Geld zu bekommen und sich verhalten zu können, wie die Affen im Zoo.

Rederei FM: Zurück zu Ihrer Erfahrung mit ihrem Ex-Freund und dem Mann aus der Bar. Haben Sie wieder Verabredungen mit Männern?

Frau Kiesener: Ja (lächelt wieder). Mit dem Bekannten von Jasmin. Der mag die Muslimisierung Deutschlands auch nicht.

Rederei Fm: Was halten Sie von der These, dass der Hass, der aus Trennungen erfolgt, und sich auf den ehemaligen Partner bezieht, auf diese bestimmte Gruppe von Männern, mit einer ihnen unvertrauten Religion, projiziert wird, um nicht alle Männer hassen zu müssen?

Frau Kiesener: Was für ein Bullshit.  Sind Sie total bescheuert? Ich bin doch nicht blöd. Jasmin hatte recht, ich hätte das hier gar nicht machen dürfen (steht auf und nimmt ihre Sachen)

Rederei Fm: Wir wollten Sie nicht angreifen. Es war nur eine Frage nach anderen Ursachen.

Frau Kiesener: Ach, lecken Sie mich doch am … (auf dem Weg nach draußen).

Rederei FM: Dürfen wir das Interview veröffentlichen?

Frau Kiesner (schon fast an der Tür angekommen, schreiend): Macht doch was Ihr wollt, Ihr Idioten.

 

Aus dem Verlauf des Interviews schließen wir, dass auf unbequeme Fragen mit starker Emotionalität reagiert wird, was es schier unmöglich macht, das Thema zu kommunizieren. Aber es muss kommuniziert werden. Es muss darüber nachgedacht werden aus welchen Gründen man mit erhobener Faust auf die Straße protestieren geht. Denn nicht immer ist die Vorgabe des Protest-Gegenstands auch der Grund für selbigen. Mal davon abgesehen, dass in diesem Fall ein weltweiter Zustand der Machtdemonstration relativiert wird und so eine Bewegung, die den Frauen dienen soll, zu Hetz-Aktionen verkommt und damit kaum mehr ernst genommen werden kann.

Es zeigt sich, dass diese Bewegung auch einer Entwicklung durch die Gesellschaft, welche zur Entstehung von neuen Feindbildern führt, die vielleicht nicht mit der Bewegung selbst vereinbar sind, weil sie zusätzlich andere Faktoren wie Religion zur Verantwortung ziehen bzw. ausschließlich als Grund für den negativen Umgang mit Frauen nennen. Die Rede ist von Frauen und auch Männern, die das weltweit bestehende Patriarchat auf die Glaubensrichtung des Islam abwälzen, um zu zeigen, dass die Menschen, die jene Religion praktizieren, in unserem Land nicht willkommen sind. Was bleibt ist die Frage “Ist diese Idee der Bewegung dienlich?”.

 

Gleichberechtigung im Jahr 2017

GNTM – Deutschlands Laufsteg-Elite

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