GNTM – Deutschlands Laufsteg-Elite

Ab dem 9. Februar diesen Jahres laufen sie wieder, die ehrgeizigsten Mädchen Deutschlands. Erst zur Vorauswahl und dann über die mit Herausforderungen gespickte Laufstege innerhalb ihres Model-Drillcamps.Zum ersten Mal wurde die beliebte Castingshow auf dem Sender Pro7 im Jahr 2006 ausgestrahlt. Damals war das aus den USA übernommene Konzept etwas völlig Neues in der Medienlandschaft, da es im Gegensatz zu herkömmlichen Schönheitswettbewerben darum geht, die Kandidatinnen verschieden Aufgaben bewältigen zu lassen, sodass sie in die nächsten Runden kommen. Die Ausstrahlungen des Formats wurde anfangs mit hohen Einschaltquoten quittiert, die jedoch mit jeder Folge sinken, was die Macher der Show aber nicht davon abhält die Sendung jährlich bis heute auszustrahlen. Denn das Konzept funktioniert.

Modelmama Heidi Klum, die trotz ihrer mittlerweile 43 Jahre die Figur einer 20jährigen vorweisen kann, bewirbt mit sexy Werbeclips jedes Jahr aufs neue ihre Show, woraufhin sich tausende Teilnehmerinnen melden. Und um sicherzugehen, dass es dabei bleibt, müssen natürlich ständig neue Ideen für einen Überraschungseffekt sorgen. Sei es das Posen mit Wildtieren, ein Balanceakt auf einem hohen Gebäude oder das Shooting unter Wasser. Dabei kennen die Macher der Show offenbar keine Grenzen. Denn es wird gemunkelt, dass in den kommenden Monaten ein Ableger des Konzepts ausgestrahlt wird, dessen Produktion bereits laufen soll.

Im Jahr 2009 wurde die Studie „Castingshows und ihre Bedeutung für Kinder und Jugendliche“ vom Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) des Bayerischen Rundfunks aufgestellt. Darin wurden knapp 1200 Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 21 Jahren persönlich und schriftlich, qualitativ und standardisiert befragt.

Die Probanden berichten in dieser Studie mehrheitlich darüber, dass die Castingshow Einfluss auf ihre Eigenwahrnehmung und das Ernährungsverhalten hat. So sehen sich über die Hälfte der Befragten, gemessen an dem Aussehen der Model-Kandidatinnen, als zu dick.

Man könnte meinen, die Produzenten von Germanys Next Topmodel hätten sich genau jene Studie zum Anlass genommen, um das kommende Format zu kreieren. Denn das Konzept soll Mädchen im Alter von 8 – 14 Jahren die Möglichkeit geben, sich durch Challenges ganz wie die großen Mädchen beweisen zu können. Es heißt die Produktion dauert zeitlich nur einen Bruchteil dessen, was das originale Format beinhaltet. Außerdem wird wohl ein Hotel gestellt, in dem die Kinder mit ihren Eltern wohnen, sodass diese nicht so schnell Heimweh bekommen. Es werden wohl auch keine Weltreisen unternommen, sondern nur zwei Orte in Deutschland besucht. Dort sind die Mädchen dann auch mal allein ohne Eltern, was vermutlich wie ein Ferienlager anmuten soll. Am Ende soll die beste Teilnehmerin gekürt werden, die dann offenbar einen Fitnessgutschein erhält, sowie einen Werbevertrag mit einem Produkt ihrer Wahl und einen festen Platz in einer kommenden GNTM-Sendung, sobald sie alt genug ist.

Schon jetzt regt sich heftiger Widerstand in Teilen der Bevölkerung gegen diese Sendung. Es findet oft der Vergleich mit den Schönheitswettbewerben für Kleinkinder in den USA statt, bei dem Eltern ihre Kinder wie kleine dressierte Tiere auf den Laufsteg schicken, um teilweise Frauen, die als Sexsymbole gelten, zu imitieren. Wenn man jedoch bedenkt, dass die Produktion schon angelaufen sein soll, fragt man sich, ob die Proteste ungehört bleiben werden.

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